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Vogelmiere


  • Lat. Bezeichnung: Stellaria media

  • Volksnamen: Hühnermiere, Hühnerdarm, Sternmiere, Mausdarm,

  • Pflanzenart: Nelkengewächs (Caryophyllaceae)

  • Sammelzeit: am besten im Frühling, grundsätzlich aber das ganze Jahr möglich

  • verwendete Teile: das ganze Kraut

  • Eigenschaften: hustenstillend, schleimlösend, harntreibend, heilend, juckreizstillend, entzündunghemmend, antiviral



Legenden und Geschichten: Es sind oft die kleinen unscheinbaren Pflänzchen, welchen kaum Beachtung geschenkt wird, in denen eine unbändige Kraft steckt. Manchmal werden sie sogar als Unkraut beschimpft und am liebsten aus dem Garten vertrieben werden. Ein paar Jahrhunderte zurück, gab es sogar ausgeklügelte Anleitungen um die Vogelmiere vom Grunde zu verbannen. So musste man zum Beispiel während des Mittagläutens zu Johanni (23. 6.) an allen vier Ecken des Hauses jäten um sie zu vertreiben. Man kann erkennen, dass sie nicht all zu hoch geschätzt wurde.


Nimmt man sich aber die Zeit um sie kennen zu lernen und versucht ihr Wesen zu erfassen, entdeckt man manchmal, dass sich da ein kleiner Schatz im Garten eingebürgert hat. Pfarrer Kneipp war wohl einer der Ersten, welcher sich eingehender mit der Vogelmiere auseinandersetzte und ihre vielseitigen Anwendungsmöglichkeiten erkannte. Allen voran, nutzte er sie wegen seiner schleimlösenden und beruhigenden Wirkung häufig als Hustenmittel.


Anwendungen: ausser als Hustentee, eignet sich dieser Tee auch als Impulsgeber bei Nieren und Blasenleiden. Die Vogelmiere ist eines jener Frühlingskräuter, welches in keiner Frühlingskur fehlen sollte. Sie hat eine blutreinigende Wirkung, unterstützt Schlankheitskuren und Diäten.


In der Grünen Kosmetik verwenden wir die Vogelmiere hauptsächlich wegen ihrer wohltuenden Wirkung bei Hautproblemen. So kann die Vogelmiere bei Ekzemen, Neurodermitis, Psoriasis und allen Hautirritationen eine lindernde und heilende Wirkung haben.

Gerne zeige ich dir in meinem "Gut G'schmiert" Kurs, wie du einfach und schnell Öl, Salben und Cremen zubereiten kannst.

Eine einfache Möglichkeit, wie du die Vogelmiere an deine Haut bringen kannst, ist ein

Vogelmiere-Bad. Das Rezept dazu findest du hier.

Unterstütze die äusseren Anwendungen, indem du täglich drei Tassen Vogelmiere Tee trinkst.


Bei schlecht heilenden Wunden und Ausschlägen kannst du einen starken Absud zubereiten und in Form von Umschlägen anwenden.

Hilfreich ist dieser Absud auch bei entzündeten Augen. Tränke dazu einen Wattepausch in der abgekühlten Flüssigkeit und lege sie auf die Augen auf. Beziehungsweise wenn du eine Augenbadewanne hast kannst du die penibel abgefilterte Abkochung auch so anwenden.


Wenn du noch mehr wissen magst:

Die Vogelmiere sieht zwar zerbrechlich aus, besitzt aber eine schier unverwüstliche Lebenskraft. Sie wächst und blüht unentwegt. Wenn ihr nicht gerade klirrende Kälte einen Dämpfer verpasst, gelingt ihr das sogar im Winter. Ihre Samen beginnen schon unter der Schneedecke wieder zu keimen und somit ist im Frühling die nächste Generation der Vogelmiere schon wieder mit voller Pracht zu finden. Sie bringt im Laufe des Jahres fünf bis sechs Generationen hervor und pro Generation erzeugt sie 10000 bis 20000 Samen - diese Samen können dann bis zu sechzig Jahre in der Erde schlummern. Das hört sich fast ein bisschen bedrohlich an, doch das feine an der Vogelmiere ist, sollte sie doch stellenweise etwas übermächtig werden, dass sie sich leicht jäten lässt. Ihre Wurzeln reichen nicht tief. Sie holt sich ihr Wasser nicht nur über die Erde, sondern nimmt auch Tau über ihre Härchen auf, welche in einer einzelnen feinen Linie entlang ihrer Stängel angeordnet sind - ein Erkennungsmerkmal der Vogelmiere, welches mit freiem Auge gerade noch zu erkennen sein sollte. Ansonsten verwende eine Lupe.

Wenn du sie lässt, kann die Vogelmiere eine perfekte lebende Mulchschicht sein und bewahrt den Boden vor verschlämmenden Regen und schützt vor dem Austrocknen, was wiederum den Kleinstlebewesen in deinem Garten zu Gute kommt. Diese bedanken sich bei dir, indem sie dabei helfen guten Humus zu bilden.

Ihre Blüten öffnen sich gegen 9 Uhr Vormittags und bleiben bei schönem Wetter zwölf Stunden geöffnet und bieten sich so Insekten an um sie zu bestäuben. Tun diese das nicht, bestäuben sie sich einfach selbst.


Ihren Namen hat sie wohl dadurch erhalten, weil Vögel ihren Samen lieben und diesen eifrig aufpicken. Bäuerinnen schworen früher darauf, dass ihre Hühner besser Eier legten wenn diese fleissig Vogelmiere fraßen.


Doch auch wir Menschen sollten sie vor allem im Frühling in unsere Ernährung mit einfließen lassen. Zum Beispiel klein geschnitten in verschiedenen Salaten beigemengt. Oder als Cremsuppe.

Spinat aus Brennessel, Vogelmiere, Brunnenkresse und Girsch wäre auch noch eine Idee.

Vogelmiere ist reich an Vitamin C, Vitamin A, Mineralstoffen und vieles mehr. Auch Saponin ist in ihr enthalten. Ein Wirkstoff mit umfassenden Eigenschaften. Saponin wirkt z.B.: schleimlösend, auswurffördernd, harn- und schweißtreibend, sowie stoffwechselfördernd, antiviral, antibakteriell und vieles mehr. Nichts desto trotz, sollten sie aber nicht überdosiert verwendet werden, weil sie ansonsten zu Übelkeit, Erbrechen und Reizung der Schleimhaut führen. Verzehre daher nie mehr als 50g Vogelmiere pro Tag - das entspricht in etwa einer wirklich guten Handvoll Vogelmiere. Ich denke daher, bei vernünftigem Umgang ist es kaum möglich Vogelmiere über zu dosieren.


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