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Holunder

  • Lat. Bezeichnung: Sambucus nigra

  • Volksnamen: Hollerbusch, Holderstock...

  • Pflanzenart: Moschuskrautgewächs (Adoxaceae)

  • Sammelzeit: Blätter vor und nach der Blüte, Beeren wenn sie schwarz sind, Rinde im Frühjahr, Wurzeln im Frühjahr und Herbst

  • verwendete Teile: Blüten, Blätter, Früchte, Rinde, Wurzeln

  • Eigenschaften: blutreinigend, schweißtreibend, hustenstillend, nieren- und blasenwirksam, stuhlfördernd

  • Inhaltstoffe: Blüten: äth. Öle, Flavonoide, Palmitinsäure, Säuren, Sterole, Schleimstoffe, Gerbstoffe, Kalium..

Früchte: Flavonoidglykoside, Anthocyane, äth. Öle, Zucker, Glucose, Fructose, Fruchtsäuren, Vit.B2, Vit.C, Folsäure..


Legenden und Geschichten:

Legenden um den Holler gibt es dermaßen viel, dass es den Rahmen hier sprengen würde. Ein paar davon schreibe ich aber gerne nieder.

Eine Regel die noch sehr viele kennen ist jene, dass man vor dem Holunder den Hut ziehen solle wenn man an ihm vorüber geht. Schon alleine die Tatsache, dass man eigentlich jeden Pflanzenteil von ihm verwenden kann, ist Grund genug, dass diese Redensart durchaus seine Berechtigung hat.

Der Holunder ist der Erd- bzw. Himmelsgöttin Hulda bzw. Holda geweiht. Wir kennen sie aus dem Märchen Frau Holle. Sie wohnt unterhalb der Erde. Brunnen, Teiche und Quellen führen zu ihr.

Ihre Botschaft lautet: "Ich bin uralt. Vielleicht sogar älter als die Zeit. Genau deswegen bin ich immer im richtigen Alter, um Dir beizustehen, wenn Du Hilfe brauchst. Wenn Du einmal nicht weißt, wer Du bist, was Du tun kannst, wie Du dich entscheiden sollst, dann komm zu mir. Du findest mich in einem Brunnen, an einer Quelle, im Holunderbusch oder zwischen herunter gefallenen Laubblättern." - Kein Wunder also, dass Menschen seit jeher, dem Hollerbusch alle Ehre erweisen und um so manchen Rat suchend unter einem Holunderbusch verweilen.

Lange Zeit glaubten Menschen daran, dass der Holunder Krankheiten wenden könnte, wenn man sie zu ihm hinbrachte. Der Holler wurde als Schutz und Segensstrauch gepflanzt. So sollte eigentlich der Holunder in keinem Garten fehlen um all jene die dort wohnen mit Gesundheit und Glück zu segnen. Willst du aber einem Holunder die Äste stutzen, solltest du ihn schon vorher um Erlaubnis bitten und ihn so darauf vorbereiten. Wer einen Holunder umschlägt ohne triftigen Grund und ihn nicht schon vorher um Verzeihung bittet, sollte sich nicht wundern, wenn er ihm dieses übel nimmt.

Kreuzt also ein Holunderstrauch deinen Weg, schadet es nichts, ihm mit Achtung zu begegnen und vor ihm im "den Hut zu ziehen".



Anwendungen: Holunderbeerensaft stärkt das Immunsystem. Vor allem Menschen die viel sitzen und wenig an die frische Luft kommen, profitieren von einem kleinen Gläschen (ca. 100ml) Holunderbeerensaft täglich. Vor allem im Herbst, bevor die Grippezeit beginnt, hilft er die Abwehrkräfte zu stärken und die Sauerstoffsättigung im Blut zu optimieren. Die in den dunklen Beeren enthaltenen Anthocyane sind freie Radikale Fänger und helfen unseren Körper zu "entgiften". Holunderbeeren sind leicht giftig und sollten daher nur gekocht verzehrt werden, dabei verschwinden die cyanogenen Glycoside und wir können die Beeren gefahrlos genießen.

Es gibt jede Menge Rezepte mit den schwarzglänzenden Beeren. Seien es Saft, Wein, Liköre, Soßen und Suppen - ihnen allen gemein ist, dass sie uns stärken und gut tun.

Die Blüten des Holunders sind stark schweißtreibend und fiebersenkend. Um eine gute Wirkung zu erzielen, sollte mindestens 1/2 Liter von dem "Schwitztee" täglich getrunken werden, solange die Beschwerden anhalten. Er beeinflusst wohl nicht die Ursache der Erkrankung, hilft aber dem Körper schneller damit fertig zu werden - dies ist wohl die bekannteste Wirkung der Holunderblüten. Ein milder Holunderblüten-Tee kann aber auch bei Zahnschmerzen, Ohrenschmerzen und Kopfschmerzen gut helfen.

Der Tee aus den Blättern und der Rinde des Holunders ist stark blutreinigend und harntreibend. Man kann den Körper damit regelrecht entwässern. Es genügt dazu eine Tasse über den Tag verteilt zu trinken. Um die Wirkung zu unterstützen, trinke dazu reichlich Wasser.

Will man rheumatische Beschwerden lindern, trinke dazu 3 Tassen Rinden-Blättertee. Mache dies aber nur Kurmäßig über 3 Wochen.

Holunderrinden-Tee kann als Brech- oder Abführmittel getrunken werden. Glaubt man einer alten Überlieferung, wirkt er je nachdem wie die Rinde geschält wurde - d. h. ist die Rinde von unten nach oben geschält, wirkt er als Brechmittel. Wird die Rinde von oben nach unten geschält als Durchfallmittel. Nachdem ich weder das eine noch das andere bisher erprobt habe, bleibt es jedem selbst überlassen, dies zu prüfen :)


Rezepte:

Holunderblütensirup


Holunderblüten-Tee:

2 gehäufte TL Blüten mit 1/4 l kochendem Wasser übergießen und 10 Min. ziehen lassen und abseien.


Rinden-Tee:

1/2 TL Rinde mit 1/4 l kaltem Wasser zustellen und aufkochen lassen. 5 - 10 Min. ziehen lassen und abseihen.


Blätter-Tee:

1 TL Blätter mit 1/4 l kochendem Wasser übergießen 10 Min. ziehen lassen, abseihen.


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